Der Einstieg in die Fotografie fühlt sich oft an wie der erste Besuch in einem riesigen Technikmarkt: Überall Kameras, Objektive, Zahlen, Abkürzungen – und natürlich jede Menge Meinungen. Die einen sagen: „Ohne Vollformat brauchst du gar nicht anfangen.“ Die anderen schwören auf: „Die beste Kamera ist die, die du dabei hast.“ Und irgendwo dazwischen stehst du und fragst dich: Was brauche ich wirklich als Anfänger – vor allem für Natur- und Landschaftsfotografie?
Die gute Nachricht: Du brauchst weniger Ausrüstung, als du denkst. Die bessere Nachricht: Viele der wichtigsten Dinge kosten gar kein Geld, sondern haben mit Wissen, Übung und Geduld zu tun.
In diesem Artikel bekommst du einen ehrlichen, lockeren und praxisnahen Überblick über:
- Kameras (inkl. Smartphone!)
- Objektive für Landschaft & Natur
- Sinnvolles Zubehör
- Häufige Anfängerfehler
- Tipps, die auch mit dem Handy funktionieren
Alles mit Fokus auf draußen fotografieren – Wälder, Küsten, Berge, Felder, Himmel, Lichtstimmungen. 🌅
1. Die wichtigste Ausrüstung zuerst: Dein Blick
Klingt kitschig? Vielleicht. Ist aber wahr.
Bevor wir über Technik reden, eine unbequeme Wahrheit: Keine Kamera der Welt macht automatisch gute Fotos. Gerade in der Landschaftsfotografie sind es Dinge wie:
- Licht
- Wetter
- Perspektive
- Bildaufbau
- Geduld
… die den Unterschied machen.
Du kannst mit einer günstigen Einsteigerkamera (oder sogar mit dem Smartphone) beeindruckende Fotos machen – und mit einer 5.000-Euro-Kamera langweilige.
Merksatz: Investiere zuerst Zeit, dann Geld.
So, und jetzt reden wir über Technik. 😉
2. Kamera: Was brauchst du wirklich als Anfänger?
2.1 Smartphone – unterschätzt, aber stark
Fangen wir ehrlich an: Wenn du ein halbwegs aktuelles Smartphone hast, kannst du sofort loslegen.
Moderne Handys bieten:
- gute Sensoren
- starke Software (HDR, Nachtmodus)
- Weitwinkelkameras (perfekt für Landschaft)
- immer dabei
Für Anfänger ist das Gold wert.
Tipps für Landschaftsfotos mit dem Handy:
- Aktiviere das Raster für besseren Bildaufbau (Drittelregel)
- Tippe auf den Himmel und ziehe die Belichtung leicht runter
- Nutze den Weitwinkel, aber übertreib es nicht
- Fotografiere bei goldenem Licht (morgens & abends)
- Reinige die Linse (!)
Wenn du merkst, dass dich Fotografie wirklich packt, kannst du später immer noch upgraden.
2.2 Kompaktkamera – kaum noch relevant
Kompaktkameras waren früher der Einstieg schlechthin. Heute haben Smartphones sie fast komplett ersetzt.
Ausnahmen:
- Edelkompakte mit großem Sensor
- Kameras mit starkem Zoom
Für die meisten Anfänger gilt: Entweder Smartphone oder Systemkamera.
2.3 Systemkamera (DSLM) – der klassische Einstieg
Wenn du mehr Kontrolle willst, RAW fotografieren möchtest und Lust hast, dich tiefer mit Fotografie zu beschäftigen, ist eine spiegellose Systemkamera ideal.
Warum DSLM für Landschaft?
- leicht & kompakt
- wechselbare Objektive
- hohe Bildqualität
- Live-Vorschau im Sucher
Geeignete Einsteiger-Modelle (Beispiele):
- Canon EOS R-Serie (R50, R10)
- Nikon Z-Serie (Z30, Z50)
- Sony Alpha (a6100, a6400)
- Fujifilm X-Serie (X-T30, X-S10)
Wichtig: Die Marke ist weniger entscheidend als du denkst. Such dir ein System aus, das sich gut anfühlt.
2.4 APS-C oder Vollformat?
Kurzfassung für Anfänger: APS-C reicht völlig.
Vorteile APS-C:
- günstiger
- leichter
- kleinere Objektive
- mehr Schärfentiefe (praktisch für Landschaft)
Vollformat ist toll – aber kein Muss. Lass dich davon nicht stressen.
3. Objektive: Das Herzstück deiner Ausrüstung
Wenn die Kamera der Körper ist, dann ist das Objektiv das Auge. Und gerade in der Landschaftsfotografie macht das Objektiv einen riesigen Unterschied.

3.1 Das Kit-Objektiv – besser als sein Ruf
Viele Kameras kommen mit einem sogenannten Kit-Objektiv, meist irgendwas wie 18–55 mm.
Und weißt du was? Das ist völlig okay.
Für Anfänger bietet es:
- Flexibilität
- geringes Gewicht
- gute Qualität bei Landschaft
Nutze es! Lerne damit Bildaufbau, Brennweiten und Licht kennen, bevor du Geld ausgibst.
3.2 Weitwinkel – der Klassiker für Landschaft
Weitwinkelobjektive sind der Standard in der Landschaftsfotografie.
Warum?
- viel aufs Bild
- starke Tiefenwirkung
- ideal für Vordergrund + Himmel
Typische Brennweiten:
- APS-C: ca. 10–18 mm
- Vollformat: ca. 16–35 mm
Tipp: Achte auf Linien im Vordergrund (Wege, Zäune, Steine), sonst wirken Weitwinkelbilder schnell leer.
3.3 Teleobjektiv – unterschätzt für Natur
Landschaft ist nicht nur Weitwinkel.
Mit einem Tele kannst du:
- Berge „zusammenziehen“
- Details isolieren
- spannende Ausschnitte finden
Schon ein günstiges 55–200 mm Objektiv eröffnet neue Möglichkeiten.
3.4 Festbrennweiten – später interessant
Festbrennweiten sind oft lichtstärker und schärfer, aber:
👉 Für Anfänger kein Muss.
Lerne erst mit Zooms. Festbrennweiten kommen später.
4. Zubehör: Was wirklich sinnvoll ist (und was nicht)
Jetzt wird’s gefährlich fürs Portemonnaie. 😄
Hier die ehrliche Liste.
4.1 Stativ – fast Pflicht für Landschaft
Wenn du Landschaft ernsthaft fotografieren willst, führt kaum ein Weg am Stativ vorbei.
Warum?
- Langzeitbelichtungen
- Sonnenauf- & -untergänge
- maximale Schärfe
Tipp: Lieber ein solides Einsteigerstativ als ein billiges Wackelding.
Auch fürs Smartphone gibt es kleine Reisestative – sehr empfehlenswert!
4.2 Filter – weniger ist mehr
Filter sind ein riesiges Thema. Für Anfänger relevant:
- Polfilter: reduziert Spiegelungen, verstärkt Farben
- ND-Filter: für Langzeitbelichtungen
Starte mit einem Polfilter. ND-Filter können später kommen.
4.3 Rucksack oder Tasche
Du wirst draußen unterwegs sein.
Achte auf:
- Tragekomfort
- Wetterschutz
- schnellen Zugriff
Ein normaler Wanderrucksack + Kameraeinsatz reicht oft völlig.
4.4 Ersatzakku & Speicherkarte
Klingt banal, rettet aber Touren.
- Immer mindestens einen Ersatzakku
- Lieber mehrere kleine SD-Karten als eine große
4.5 Reinigung & Schutz
- Mikrofasertuch
- Blasebalg
- ggf. Regenschutz
Natur ist schmutzig. Deine Kamera wird es dir danken.
5. Fotografieren mit dem Handy – ernsthafte Tipps
Smartphone-Fotografie ist kein „Notbehelf“ mehr.

Wichtige Handy-Tipps für Natur & Landschaft:
- Nutze manuelle Apps oder Pro-Modus
- Fotografiere bei gutem Licht
- Nutze den Vordergrund
- Vermeide Digitalzoom
- Bearbeite dezent (z. B. Lightroom Mobile)
Ein Stativ + Smartphone + gutes Licht = starke Ergebnisse.
6. Häufige Anfängerfehler
Lass uns ein paar Klassiker vermeiden:
- Zu viel Ausrüstung zu früh kaufen
- Mittags bei hartem Licht fotografieren
- Kein Vordergrund
- Alles mittig platzieren
- Bilder nicht bearbeiten
Fehler gehören dazu – aber man muss nicht alle selbst machen. 😉
7. Fazit: Weniger kaufen, mehr rausgehen
Wenn du bis hier gelesen hast, kommt jetzt die wichtigste Erkenntnis:
Du brauchst keine perfekte Ausrüstung, um anzufangen.
- Smartphone oder Einsteigerkamera
- Kit-Objektiv
- Stativ
- Zeit, Geduld & Lust auf draußen
Der Rest kommt von allein.
Die Natur wartet nicht auf die neueste Kamera – sondern auf dich.
Pack deine Sachen, geh raus, beobachte das Licht und hab Spaß.
Die Ausrüstung ist nur das Werkzeug. Das Foto machst du. 🌿📷
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