Du stehst irgendwo draußen, vielleicht am Deich, im Wald oder am See. Das Licht ist gerade perfekt, der Himmel spielt mit, und du drückst auf den Auslöser. Alles gut – aber in welchem Format eigentlich? RAW oder JPEG?
Spätestens wenn du deine Fotos bei Stockagenturen verkaufen willst, stolperst du über diese Frage. Und wenn du noch am Anfang deiner Fotografie-Reise stehst, wirkt das Thema schnell technisch, trocken oder sogar einschüchternd.
Keine Sorge. In diesem Artikel klären wir das ganz entspannt 😊
Wir schauen uns an:
- was RAW und JPEG überhaupt sind (ohne Technik-Kauderwelsch)
- welche Vor- und Nachteile beide Formate haben
- was Stockagenturen wirklich wollen
- welche Einstellung für Natur- und Landschaftsfotografie sinnvoll ist
- und wie du das Ganze auch mit dem Smartphone clever löst
Der Text richtet sich bewusst an Fotografieanfänger, die Lust auf Natur, Landschaft und vielleicht sogar erste Einnahmen mit Stockfotos haben.
Was bedeutet RAW und JPEG überhaupt?
Bevor wir über „besser“ oder „schlechter“ sprechen, lass uns kurz klären, worum es eigentlich geht.
JPEG – das fertige Foto
JPEG ist das Format, das du wahrscheinlich kennst. Fast jede Kamera, jedes Handy und jedes Programm kann es anzeigen.
Wenn du ein Foto als JPEG speicherst, passiert Folgendes:
- Die Kamera verarbeitet das Bild intern
- Farben, Kontrast, Schärfe und Weißabgleich werden festgelegt
- Das Bild wird komprimiert, um Speicherplatz zu sparen
- Ein Teil der Bildinformationen geht dabei verloren
Das Ergebnis ist ein fertiges Foto, das direkt genutzt, geteilt oder hochgeladen werden kann.
RAW – das digitale Negativ
RAW ist dagegen so etwas wie das digitale Negativ deiner Kamera.
- Die Kamera speichert nahezu alle Bildinformationen
- Keine oder nur minimale interne Bearbeitung
- Deutlich größere Dateien
- Nicht direkt nutzbar ohne Bearbeitung
Ein RAW-Foto sieht unbearbeitet oft flau, kontrastarm oder unspektakulär aus – enthält aber extrem viele Reserven.
Warum ist das Format für Stockfotografie so wichtig?
Stockagenturen verkaufen deine Fotos weiter – an Magazine, Websites, Werbeagenturen oder Firmen.
Diese Kunden erwarten:
- technisch saubere Bilder
- möglichst hohe Qualität
- Spielraum für eigene Anpassungen
Fehler, die im privaten Gebrauch egal wären, führen bei Stock schnell zur Ablehnung:
- ausgefressene Lichter
- abgesoffene Schatten
- Farbstiche
- starkes Bildrauschen
- Überschärfung
Genau hier spielt das Dateiformat eine große Rolle.
RAW vs. JPEG – der direkte Vergleich
Bildqualität
RAW:
- Maximale Bildinformationen
- Mehr Details in Lichtern und Schatten
- Ideal für schwierige Lichtverhältnisse (Sonnenauf- und -untergänge!)
JPEG:
- Gute Qualität bei korrekter Belichtung
- Weniger Spielraum bei Fehlern
- Qualität hängt stark von Kameraeinstellungen ab
👉 Vorteil: RAW
Nachbearbeitung
RAW:
- Weißabgleich frei anpassbar
- Belichtung, Kontrast und Farben lassen sich stark verändern
- Fehler sind oft noch zu retten
JPEG:
- Bearbeitung nur begrenzt möglich
- Schnelles Qualitätsverlust bei starken Anpassungen
- Artefakte können entstehen
👉 Vorteil: RAW
Dateigröße & Workflow
RAW:
- Große Dateien
- Mehr Speicherbedarf
- Bearbeitung zwingend notwendig
JPEG:
- Kleine Dateien
- Schneller Workflow
- Sofort einsatzbereit
👉 Vorteil: JPEG
Akzeptanz bei Stockagenturen
Wichtig: Stockagenturen akzeptieren fast immer nur JPEGs.
Das bedeutet aber nicht, dass du auch in JPEG fotografieren musst.
Der gängige Profi-Workflow ist:
RAW fotografieren → bearbeiten → als hochwertiges JPEG exportieren
Die kurze, ehrliche Antwort
Wenn du es ernst meinst mit Stockfotografie:
👉 Fotografiere in RAW. Exportiere als JPEG.
Jetzt schauen wir uns an, warum das gerade für Natur- und Landschaftsfotos sinnvoll ist.
Natur- und Landschaftsfotografie: Warum RAW hier besonders glänzt
Landschaften sind wunderschön – aber fotografisch oft anspruchsvoll.
Typische Herausforderungen
- hoher Kontrast zwischen Himmel und Boden
- feine Farbverläufe bei Sonnenauf- und -untergängen
- Dunst, Nebel, Gegenlicht
- große Helligkeitsunterschiede
Ein JPEG kommt hier schnell an seine Grenzen.
Beispiel: Sonnenuntergang am Meer
Der Himmel ist hell, der Strand dunkel.
- JPEG: Himmel vielleicht gerettet, Strand zu dunkel
- RAW: Details im Himmel und im Vordergrund
Genau solche Reserven lieben Stockagenturen.

Aber: RAW ist kein Zaubertrick
Wichtig und ehrlich:
RAW rettet keine schlechten Fotos.
- falscher Fokus bleibt falsch
- verwackelte Bilder bleiben unscharf
- ausgebrannte Bereiche lassen sich nicht unbegrenzt retten
RAW gibt dir Spielraum, ersetzt aber keine saubere Fotografie.
Die richtige Kameraeinstellung für Einsteiger
RAW oder RAW+JPEG?
Viele Kameras bieten:
- nur JPEG
- nur RAW
- RAW + JPEG
Meine Empfehlung für Anfänger:
👉 RAW + JPEG
Warum?
- Du hast sofort ein fertiges Bild
- Und gleichzeitig das RAW für später
- Ideal zum Lernen und Vergleichen
Wenn der Workflow sitzt, kannst du später auf nur RAW umstellen.
Was ist mit Smartphones?
Gute Nachricht: Auch Handys können RAW 📱
iPhone
- ProRAW (ab neueren Pro-Modellen)
- In den Kameraeinstellungen aktivierbar
Android
- Viele Geräte unterstützen RAW (DNG)
- Oft über den Pro-Modus
Warum RAW auf dem Handy sinnvoll ist
- mehr Spielraum bei Himmel und Schatten
- bessere Farben bei Landschaften
- weniger Probleme bei starkem Kontrast
Gerade für Stock ist das spannend, denn:
👉 Moderne Smartphones liefern absolut stocktaugliche Ergebnisse, wenn Licht und Motiv stimmen.
Stockfotografie mit dem Handy: Worauf achten?
Auch mit dem Smartphone gelten ein paar Grundregeln:
- sauberer Bildaufbau
- kein digitales Zoomen
- ISO möglichst niedrig
- ruhige Hand oder Mini-Stativ
RAW hilft dir auch hier, kleine Fehler auszugleichen.

Typische Anfängerfehler bei RAW und JPEG
Fehler 1: „RAW sieht schlechter aus als JPEG“
Stimmt – unbearbeitet.
RAW ist nicht für den Direktvergleich gedacht, sondern für die Bearbeitung.
Fehler 2: Zu starkes Bearbeiten
- übertriebene Farben
- HDR-Look
- künstliche Schärfe
Stockagenturen mögen es natürlich.
Fehler 3: Falsche Exporteinstellungen
- zu starke JPEG-Komprimierung
- zu kleine Auflösung
Achte beim Export auf:
- höchste Qualität
- volle Auflösung
- sRGB-Farbraum (meistens)
Welche Software brauchst du?
Du musst kein Profi-Abo abschließen.
Beliebte Optionen
- Adobe Lightroom
- Capture One
- Darktable (kostenlos)
- Snapseed (für Smartphone)
Wichtig ist nicht das Tool, sondern:
👉 Ein sauberer, natürlicher Look
RAW oder JPEG, wenn du wenig Zeit hast?
Ehrlich: Wenn du keine Lust auf Bearbeitung hast und nur gelegentlich Stock hochlädst, kann JPEG funktionieren.
Dann aber:
- Belichtung extrem sauber setzen
- Bildstil neutral einstellen
- keine kamerainterne Überschärfung
Für ambitionierte Stockfotografie bleibt RAW trotzdem die bessere Wahl.
Fazit: Welche Einstellung ist für Stock besser?
Lass uns das Ganze zusammenfassen:
- 📷 RAW bietet die beste Bildqualität
- 🌅 Besonders wichtig für Natur- und Landschaftsfotografie
- 🛠 Mehr Spielraum bei der Bearbeitung
- 🧠 Ideal für Stockagenturen
- 📱 Auch mit dem Smartphone sinnvoll
Empfehlung:
Fotografiere in RAW (oder RAW+JPEG), bearbeite deine Bilder sauber und exportiere sie als hochwertiges JPEG für Stockagenturen.
So hast du maximale Kontrolle, lernst schneller und erhöhst langfristig deine Chancen auf Annahmen und Verkäufe.
Wenn du gerade erst anfängst: Lass dich nicht stressen. Technik ist wichtig – aber Licht, Motiv und Geduld sind immer noch die halbe Miete.
Viel Spaß draußen und gutes Licht! 🌿📸

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